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Atomkraftwerke in Europa Die gefährlichsten Akws in Europa via Der Tagesspiegel

Nicht nur in der Ukraine, auch nahe der deutschen Grenze gibt es Probleme mit Atomkraftwerken. Größtes Risiko der insgesamt 128 Anlagen ist ihr hohes Durchschnittsalter von 30,6 Jahren.

Die gefährlichsten Atomkraftwerke Europas stehen in der Ukraine, Frankreich, Belgien, Bulgarien, Tschechien, Großbritannien und Deutschland – also fast überall. Innerhalb der Europäischen Union wurden 2015 noch 128 Atomkraftwerke betrieben, heißt es im World-Nuclear-Report, den der Pariser Atomexperte Mycle Schneider herausgibt. Das Durchschnittsalter dieser Anlagen lieg bei 30,6 Jahren. Das hohe Alter vieler Anlagen ist auch ihr größtes Risiko.

In der Ukraine kommen zum hohen Alter die chronische Wirtschaftskrise, die Sicherheitsinvestitionen verhindern, Managementprobleme in vielen der 15 aktuell betriebenen Kraftwerke sowie die kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten des Landes dazu. Wobei sich der dramatischste Zwischenfall 2015 nicht im Osten, sondern im Süden der Ukraine ereignet hat. Am Standort Saporischschja, wo sechs Reaktoren betrieben werden, hat es 2015 eine Notabschaltung aller Meiler gegeben, weil es im Stromnetz zu Spannungsschwankungen gekommen war. Diese waren nach Informationen der österreichischen Umweltorganisation „Global 2000“ Folge eines Sabotageaktes. Separatisten der von Russland 2014 annektierten Krim-Halbinsel sollen einen Hochspannungsmast gesprengt haben.

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Besonders beunruhigt ist Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) aber über den Zustand einiger ausländischer Atomkraftwerke, die sehr nahe an der deutschen Grenze stehen. Vor einigen Wochen traf sie sich mit ihrem belgischen Kollegen, weil die Atomkraftwerke in Doel und Tihange immer wieder durch schwerwiegende Störfälle auffallen. Im Reaktor Doel 3 und Tihange 2 sind 2012 Tausende feiner Risse in den Reaktordruckbehältern entdeckt worden. Dieser Schaden kann nicht repariert werden. Müsste der Reaktordruckbehälter ausgetauscht werden, könnte man genauso gut ein neues Atomkraftwerk bauen. Abgesehen davon, dass kein Unternehmen mehr solch uralte Modelle von Reaktordruckbehältern im Angebot hätte. Die Haarrisse haben die belgische Atomaufsicht Fanc allerdings nicht daran gehindert, das Anfahren der beschädigten Meiler im Sommer 2013 wieder zu erlauben. Im März 2014 wurden sie wieder abgeschaltet, um weitere Tests zu unternehmen. Alle sieben Reaktorblöcke sind älter als 30 Jahre. Der älteste in Doel bringt es auf stolze 42 Jahre. Dennoch will die belgische Regierung die Anlagen noch bis 2025 weiterbetreiben. Der Block Doel 1 wird dann 51 Jahre alt sein. Der Grund für die erneute Verlängerung für die Anlagen ist die starke Abhängigkeit Belgiens von seinem Atomstrom. Mehr als 47 Prozent des belgischen Stroms kommen aus den beiden Atomkraftwerken.

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